Deutscher Wein
Mosel-Saar-Ruwer
Anbaugebiet
Die überaus malerische Weinlandschaft
Mosel-Saar-Ruwer
erstreckt sich entlang des geschlängelten Mosellaufes von Luxemburg bis
Koblenz sowie an den Nebenflüssen Saar und Ruwer. Der gewundene Verlauf
und die schwer zugänglichen Steilufer dieser Flüsse sind verantwortlich
für die speziellen mikroklimatischen Verhältnisse der hiesigen
Weingärten. Die Weinberge sind steil und meistens nach Süden
ausgerichtet. Auf den mineralreichen Schieferböden, die die Wärme
besonders gut speichern, gedeiht die empfindliche Riesling-Rebe
besonders gut und ergibt hier die Weine, denen das Anbaugebiet seinen
Weltruhm zu verdanken hat.
Rebsorten
Riesling
ist die Hauptrebe hier, mit der sich alle führenden Güter beschäftigen.
Sie gibt den Weinen ihren eleganten, blumigen und rassigen Charakter,
der typisch für diese Region ist.
Müller-Thurgau und kleine Mengen
Kerner werden ebenfalls angebaut.
Neuerdings hat man eine Rebsorte wieder entdeckt, die römischen
Ursprungs sein soll – den Elbling. Bisher wegen seiner knackigen Säure
und seiner herzhaften, fruchtigen Art ausschließlich als Sektgrundwein
genutzt, bietet man die Elbling-Weine heute wieder als eigenständige
trockene Weine an. Ein typischer Moselwein im herkömmlichen Sinne ist
der Elbling jedoch nicht. Er unterscheidet sich durch seine neutrale
Art deutlich von den Riesling- und Müller-Thurgau-Weinen mit ihrem
ausgeprägten Sortenbukett.
Die Weine von Saar und Ruwer sind nicht ganz so reif wie jene von der
Mosel.
In guten Jahren aber sind sie von sensationeller Qualität. Sie können
sich dann auf viel Säure und kräftige Struktur bei relativ wenig
Alkohol einstellen.
Rheingau
Anbaugebiet
Der
Rheingau
ist mit seinen knapp 40 Kilometern Länge und 20 Orten ein kleines
Gebiet. Wie so oft beim Wein zählt jedoch nicht die äußere Größe,
sondern die Konzentration vieler qualitätssteigernder Faktoren auf
engem Raum. Der Rheingau verdankt sein einzigartiges Mikroklima dem
nach Süden ausgerichteten Höhenzug, den der Rhein auf der Höhe von
Mainz bei seiner Wendung nach Westen am Fuß der bewaldeten
Taunusausläufer aufgeschüttet hat. Die breite Wasserfläche und die
überdurchschnittlichen Sonnenstunden während der Wachstumsperiode
schaffen ideale Klimavoraussetzungen für die Traubenreifung.
Rebsorten
Es gibt fast nur
Riesling.
Die besten Weine schmecken nach Äpfeln, Trauben und Honig und sind so
blumig wie jene von der Mosel. Generell haben diese Weine mehr Substanz
als Moselweine. Liebhaber trockener und halbtrockener Weine kommen hier
sicher auf ihren Geschmack.
Rheinhessen
Anbaugebiet
Das Weinbaugebiet
Rheinhessen
bildet ein riesiges trapezförmiges Viereck, das im Norden und Osten von
dem seinen Lauf ändernden Rhein begrenzt wird, im Westen bis an die
Nahe heranreicht und im Süden in die Pfalz übergeht. Freunde des
Rheinhessenweines schätzen seine liebliche, dabei besonders bekömmliche
Art. Lieblich gewellt ist auch das Land, in dem die Reben stehen.
Steillagen sind selten, nur an der so genannten "Rheinfront" bei
Nierstein, Nackenheim und Bingen können die Weinberge nicht mit
Traktoren befahren werden.
Rebsorten
Dieses Anbaugebiet umfasst die beiden Extreme deutschen Weins. Einerseits gibt es dort feine
Rieslinge und trockene
Silvaner,
andererseits aber auch süßliche, ausdruckslose Massenweine, die zu
Billigpreisen verschleudert werden. Stellen sie sich auf milde Aromen
ein, nichts Feuriges oder Dramatisches. Weine aus Rheinhessen sind von
solider Natur.
Für Riesling-Freunde empfehlen sich die Weine von der Rheinterasse
(Nierstein, Bingen, Bechtheim, Osthofen und Westhofen). Je nach
Bodenart haben sie ein feines Pfirsichbukett, schmecken rassig und
kernig und lagern daher gut.
Eine weitere rheinhessische Spezialität ist der
Silvaner.
Trocken und frisch ist er am besten. Die Silvaner aus Rheinhessen sind
blumig, süffig, mild und sehr bekömmlich. Auf dem Etikett sollte
ausdrücklich 'Rheinhessen Silvaner' stehen. Eine beachtliche Anzahl
höchst qualitätsbewusster Erzeuger hat sich zusammengeschlossen, um
ihre Weine unter dieser Bezeichnung zu verkaufen.
Pfalz
Anbaugebiet
Die Weinberge der
Pfalz
erstrecken sich am westlichen Rheinufer von Rheinhessen aus südwärts
bis zum Elsass. Im Westen ist die Region wie das Elsass von Bergen
begrenzt. Die Weinberge liegen in einem flachen oder leicht bergigen
Gelände am Fuße bewaldeter Hügel. Das Klima ist trocken und sonnig.
Rebsorten
Die
Riesling-Weine der Pfalz sind elegant und dabei fruchtig und herzhaft. Wie in vielen deutschen Anbaugebieten hat der
Müller-Thurgau den
Silvaner
verdängt und steht heute an zweiter Stelle im Rebsortiment. Mild,
blumig und in hohem Maße bekömmlich, präsentiert er sich als guter
Trinkwein zu vielen Gelegenheiten. Die Silvanerweine der Pfalz
schmecken mild und eher neutral, auf manchen Böden erreichen sie
größere Fülle.
Der Morio-Muskat findet in der Pfalz seine größte Verbreitung. Die
Weine sind kräftig und bukettreich. Doch stört manche Weintrinker, dass
der Muskatton unter Umständen zu stark hervortritt und die anderen
Geschmackskomponenten damit in den Hintergrund drängt.
Franken
Anbaugebiet
Das nordbayerische
Franken
liegt nicht weiter nördlich als die Mosel oder der Rheingau, aber es
kommt nicht in den Genuss solch günstiger mikroklimatischer
Bedingungen. Vielmehr muss es strenge Frostperioden im Frühjahr und
eine kürzere Reifezeit in Kauf nehmen. Das weit auseinander gezogene
Anbaugebiet wird in drei Bereiche eingeteilt: Mainviereck um
Aschaffenburg, Maindreieck um Würzburg und Steigerwald westlich davon
um Abstwind und Castell.
Rebsorten
Frankenweine
haben ihre eigene Identität, nicht zuletzt auf Grund der bauchig-ovalen
Bocksbeutelflasche. Die Weißweine sind meist von eigentümlich
markanter, manchmal erdiger Art. Der Einfluss des Bodens zeigt sich
besonders deutlich. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Man mag den
Frankenwein – oder nicht.
In den letzten Jahren wandten sich die fränkischen Erzeuger neuen Sorten zu, insbesondere
Kerner und
Bacchus. Diese Weine sind fruchtig und blumig, manchmal tritt ein leichter Muskatton hervor.
Württemberg
Anbaugebiet
Die Weinberge
Württembergs
liegen weit verstreut inmitten anderer Landwirtschaftsflächen und auf
den Neckarhöhen im Norden der großen Industriestadt Stuttgart. Das
Anbaugebiet ist von einem warmen Klima während der Wachstumszeit
begünstigt und verfügt über ein breites Spektrum an Rebsorten.
Baden
Anbaugebiet
Badens Weingärten
erstrecken sich in einem schmalen Streifen entlang der Hügelkette am
Fuß des Schwarzwaldes von Baden-Baden bis zur Schweizer Grenze bei
Basel. Baden gehört zu den sonnenreichsten Gebieten Deutschlands. Grund
dafür ist die wettergeschützte Lage im Rheintal zwischen den Vogesen im
Westen und dem Schwarzwald im Osten. Der Gesetzgeber hat Baden daher
der europäischen Weinbauzone "B" zugeordnet, zu der normalerweise
Frankreich und Norditalien zählen. Für Winzer bedeutet das höhere
Mindestanforderungen an die Mostgewichte.
Rebsorten
Beginnen wir mit
Müller-Thurgau.
Auf 26 Prozent der Rebfläche angebaut, ergibt er prickelnd frische,
fruchtige bekömmliche Weine mit angenehm harmonischer Säure. An
nächster Stelle steht schon der Ruländer. Tiefgolden leuchten Ruländer
Weißweine, sie präsentieren sich gehaltvoll, vollmundig und mit edler
Blume. Die Spätlesen und Auslesen vom Kaiserstuhl gehören zu den
kostbarsten Gewächsen von Baden. Eine weitere Spezialität Badens ist
der
Gutedel.
Süffig ist eine der Haupteigenschaften der Gutedelweine. Ihr feiner
Mandelton gibt ihnen Charakter. Gutedel gehört zu den unkomplizierten,
säurearmen Weinen, die zu beinahe jeder Gelegenheit schmecken.
Unter den Rotweinreben dominiert der edelste.
Mittelrhein
Anbaugebiet
Das Rheintal zwischen Bingen und Bonn gilt als die "Märchenlandschaft"
unter den deutschen Anbaugebieten. Steile Hänge, gekrönt von trutzigen
Burgen, erinnern an die Rheinsagen. Etwa hundert Kilometer erstreckt
sich die Rebfläche zu beiden Seiten des breiten Stromes von
Trechtinghausen über Bacharach, Kaub, Oberwesel, Sankt Goarhausen,
Unkel bis Oberdollendorf.
Rebsorten
Für den Mittelrhein typisch sind die kernigen, rassigen herzhaften
Riesling-Weine mit betonter Fruchtsäure. Weine von Bacharach werden gerne als Sektgrundweine verwendet. Die
Müller-Thurgau-Weißweine des Gebietes sind mild und süffig.
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