PC-Netzteile - wahre kleine Kraftwerke
Eine der wichtigsten Komponenten in Ihrem PC ist das Netzteil. Dieses versorgt Ihren Computer mit einer "sauberen"
Gleichspannung. Oft wird dieser Komponente wenig Beachtung beigemessen, doch dies kann zu unerklärlichen
PC-Abstürzen oder im schlimmsten Fall zu einem totalen PC-Ausfall führen!
Ein korrekt dimensioniertes Netzteil ist daher nicht zuletzt wegen der steigenden Energiekosten Gold wert.
Der nachfolgende Beitrag wird Ihnen die wichtigsten Begriffe und Fragen zum Thema Dimensionierung, Spezifikationen,
Leistung und den Unterschieden zwischen Server- und Desktop-Netzteilen liefern.
Funktion
PC-Netzteile gehören in die Kategorie der Schaltnetzteile.
Deren Aufgabe ist es, eine Eingangs-Netzspannung von 230 Volt und 50 Hz über einen
Gleichrichter und Siebkondensator
gleichzurichten und grob zu glätten. Dadurch erhält der Computer seine benötigte konstante Spannungsversorgung.
Was für ein Netzteil brauche ich?
Die wichtigste Unterscheidung liegt darin, ob Sie ein Server- oder PC-Netzteil brauchen. Netzteile für
Server werden meistens redundant verbaut, sind leistungsstärker und weisen höhere
Strom- und Spannungswerte auf. EPS12V 2.92. ist der aktuellste Standard für solche Netzteile.
Der aktuellste Standard für PC-Netzteile ist der ATX 2.3 Standard, diese weist die modernsten Schutzfunktionen,
Spannungs- und Stromwerte auf. Achten Sie auch auf Ihr Computer oder Servergehäuse: Ältere Computergehäuse
sind nicht für ATX- oder EPS-Netzteile ausgelegt, ein ATX-Netzteil passt auch nicht in ein spezielles Servergehäuse!
Viele Mainboardhersteller geben auch an, für welche Standards ihre Platinen ausgelegt sind,
z.B. microATX, ATX 2.0, BTX etc.
Wie dimensioniere ich die Leistung meines Netzteil richtig?
Netzteile gibt es in den verschiedensten Leistungsklassen. Moderne
Prozessoren und
Grafikkarten haben eigene Netzteilanschlüsse und verbrauchen
die meiste Leistung. Die Hersteller geben zwar an, welches Netzteil mindestens benötigt wird, jedoch ist dies meist
ein Wert, der nicht die Gesamtleistung aller PC-Komponenten abdeckt!
Für eine korrekte Dimensionierung müssen also alle maximalen Verbrauchswerte aller PC-Komponenten zur
Verfügung stehen. Diese Angaben werden in Watt angegeben. Werden diese zusammengezogen, erhält man einen
Wert der angibt, wie viel Leistung unser System verbraucht, wenn es unter Volllast läuft. Als nächstes erfolgt dann die
Netzteilauswahl.
Ihr Netzteil sollte einen höheren Wert als den ausgerechneten aufweisen, zu knapp dimensionierte Netzteile bieten kaum
Möglichkeiten für neure leistungsstärkere oder zusätzliche Komponenten. Rechnen Sie also 80 Prozent der angegeben
Maximalleistung Ihres ausgewählten Netzteiles aus. Falls dieser Wert immer noch höher ist als der zuvor ausgerechnete,
haben Sie Ihr Netzteil auf Basis dieser Komponenten richtig dimensioniert.
Rechenbeispiel:
- Berechneter Wert 360 W
- Falsches Netzteil: 450W ( 80% = 360W )
- Richtiges Netzteil: 500W (80% = 400W)
Was es mit den 80 Prozent auf sich hat erfahren Sie im nächsten Abschnitt.
Was bedeuten Unterbegriffe wie PFC, 80+ und Wirkungsgrad?
Gute Netzteile weisen eine gute Energieeffizienz, geräuscharme Lüfter und eine Reihe
von Schutzfunktionen auf. Ein wichtiger Wert bei Netzteilen ist der Wirkungsgrad.
- Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel Leistung effektiv als Nutzleistung zur Verfügung steht. Bei unserem oberen
Beispiel stehen den Rechnerkomponenten 400 W als Nutzenergie zur Verfügung. Der Rest entfällt auf das Netzteil
und wird in Form von Wärme abgegeben.
- 80+ ist eine Initiative, dass das Netzteil 80% Nutzenergie zur Verfügung stellen muss, je höher dieser Wert desto
besser.
- Power Factor Correction (PFC) ist eine Schutzfunktion, die elektromagnetische Störungen am Eingang zum
Netzteil verhindert.
- Over voltage protection -Überspannungsschutz
- Short circuit protection -Kurzschlussschutz
- Overload protection -Überlastschutz
Zubehör und Ausstattungsmöglichkeiten
Zum Schluss befassen wir uns mit den optionalen Eigenschaften und Zubehör von Netzteilen:
- Temparaturgesteuerte, Zusatz- oder beleuchtete Lüfter: Es gibt Netzteile mit einem extra Gehäuselüfter,
der dazu dient, die internen PC-Komponenten mitzukühlen.
- Cable Management: Beim CM stellt der Netzteilhersteller extra Kabel oder sogar
am Netzteil separate Anschlüsse für PCIe-Grafikkarten,
verschiedene Prozessoren, SATA- und/oder
IDE-Festplatten etc. zur Verfügung. Dies dient der
Platzersparnis im Inneren des Gehäuses.
- Monitoranschluss: Netzteile für Desktop-PCs stellen meistens noch einen Anschluss für den
Monitor zur Verfügung.
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