Ein Kraut aus der Provence: Thymian
Der Thymian ist hauptsächlich in Mittel- und Südeuropa zu Hause, wird aber auf der ganzen Welt angebaut,
wie z. B. in Nordamerika, Ostafrika oder der Türkei. Bekannt sind die Kräuter der Provence, wobei der Thymian ein Hauptbestandteil bildet.
Als Gewürz wird er bevorzugt in der mediterranen Küche verwendet, da er dort die Speisen frisch hält und gleichzeitig die Verdauung stärkt.
Vom Samen zur Pflanze
Durch Aussaat lässt sich der Gartenthymian sehr gut vermehren. Der Samen ist ganz fein, so kommen auf ein Gramm etwa 4000 Körner.
Bei einer Temperatur von über 15 °C keimt der Samen innerhalb von 1 bis 2 Wochen. Einfach eine Aussaatschale oder einen Topf mit Anzuchterde befüllen,
die Sie vor dem Ausstreuen der Samen gut andrücken sollten. Den Samen dürfen Sie nicht mit Erde bedecken, da Thymian ein Lichtkeimer ist.
Beim Angießen ist darauf zu achten, dass die Saat nicht eingeschlämmt wird. Empfohlen wird eine Abdeckung aus hellem Papier,
das ein schnelles Austrocknen verhindern soll.
Die ausgewachsene Pflanze
Der mediterrane Thymian ist ein 10 bis 50 cm hoher Halbstrauch mit verholzenden Zweigen.
Der Stängel und die ellipsenförmigen Blätter sind graufilzig behaart.
Die Blüten des Thymians bilden einen ährenartigen Blütenstand und sind blassviolett gefärbt.
Er gehört zur Familie der Lippenblütler und ist schon seit langem ein bewährtes Heilkraut.
Was ist drin im Thymian?
Thymian enthält ätherisches Öl sowie Flavonoide und Gerbstoffe. Die präzise Zusammensetzung der Inhaltsstoffe variiert nach Herkunft und Art des Thymians.
Das ätherische Öl ist verantwortlich für den intensiven Duft, den der Thymian verbreitet. Die heilende Wirkung des Thymians,
besonders auf die Lunge und Bronchien, wurde bereits im Mittelalter bekannt.
Auf Grund seiner auswurffördernden und krampflösenden Wirkung wird der Thymian insbesondere als Hustenmittel - speziell bei der Bronchitis - eingesetzt.
Essenzen aus Thymiankraut lindern vor allem den Hustenreiz und beschleunigen den Abtransport der Sekrete.
Die enthaltenden Gerbstoffe unterstützen die antientzündliche Wirkung und regulieren die Verdauung.
Aufgrund dessen werden durch Thymian viele Speisen, besonders Fleisch- und Wurst, viel bekömmlicher.
Äußerlich angewendet wirkt Thymian durchblutungsfördernd und antibakteriell bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, dies in Form von einem Gurgelmittel.
Das ätherische Öl wird häufig in Massageölen zur Durchblutungsanregung verwendet.
In Cremes eingesetzt, wirkt das Thymianöl gegen Entzündungen und gereizte und unreine Haut.
Thymian ist nicht gleich Thymian
Es gibt 3 verschiedene Thymianarten, die zum Teil einheimisch sind, aber auch im Mittelmeerraum wachsen. Sie unterscheiden sich im Wachstum sowie im Geschmack:
- Kümmelthymian
- Orangenthymian
- Zitronenthymian
Das an Kümmel erinnernde herb-würzige Aroma ist typisch für den Kümmelthymian.
Er harmoniert hervorragend mit allen Sorten von Frischkäsen. Während der Sommerzeit ist er voller Blüten und magerer zu ernten.
Er wächst überwiegend im Frühjahr und ganz flach, so dass er den Boden bedeckt
Der Orangenthymian hat ein ganz eigenes, süßliches Aroma, das an französischen Thymianhonig erinnert.
Er passt sehr gut zu orientalischen Speisen, zu Gegrilltem und zu Desserts.
Der Zitronenthymian würzt stimmig vor allem Fisch und Nudeln besonders gut.
Sehr lecker schmeckt er im Kompott oder Früchteragout.
Andere besondere Kräuter...
...wie z.B. Salbei, Schnittlauch oder Basilikum
finden Sie unter dem Link Kräutersaatgut.