Oregano - der Pizzawürzer
Wer Italien besucht hat und dort italienisch gegessen hat, ist an diesem Gewürz nicht vorbeigekommen.
Keiner, der original italienisch kocht, kann auf das herbe, aromatische Gewürzkraut verzichten.
Nudelsaucen und Pizza bekommen erst mit Oregano, im Deutschen auch Dost genannte, den letzten Schliff.
Die Dosierung sollte jedoch sparsam erfolgen, da Oregano bitter ist.
Oregano kann Majoran ersetzen und wird deshalb auch als wilder Majoran bezeichnet, er hat aber deutlich weniger Aroma.
Als Heilkraut ist Oregano relativ unbedeutend. Ein Aufguss hilft bei Rachenentzündungen.
Als leichtes Hustenmittel wirkt es schleimlösend. Die Wirksamkeit ist jedoch so gering,
dass es kaum angewandt wird.
Herkunft und Anbaugebiet
Oregano stammt eigentlich aus dem Mittelmeerraum.
Im Aberglauben war das Kraut schon in der Antike als Abwehrmittel gegen Dämonen bekannt,
und im Mittelalter galt er als Hexenabwehrmittel.
Durch seine Herkunft benötigt er zum optimalen Gedeihen ein mildes Klima.
Volle Sonne und leicht erwärmbare Böden sind ein günstiger Standort.
Hier entwickelt er auf trockenem Untergrund sein volles Aroma.
Staunässe verträgt die Pflanze nicht.
Oregano ist mehrjährig. Eine direkte Saatfolge sollte vermieden werden, da er mit sich selbst unverträglich ist.
Eine Anbaupause von 4 Jahren gilt als Richtlinie. Auch andere Lippenblüter wie Thymian sind nicht als Vorkultur zu empfehlen.
Beachten Sie diese Grundsätze, haben Sie ohne Pflegeaufwand bald eine reiche Ernte und ein stark duftendes Kraut zu erwarten.
Das Pflanzenbild
Oregano wird zwischen 15 - 60 cm hoch. Er hat meist blassrosa Blüten, die Farbe kann jedoch variieren.
Selbst wenn Sie eine Pflanze später teilen, kann sich auf einem anderen Boden die Blütenfarbe von der Mutterpflanze abweichend entwickeln.
Die Blüten bilden Ähren, hier sitzen die kleinen rosafarbenen Blüten von Juli bis Oktober dicht beisammen.
Die Stengel sind rötlich behaart, die Blätter sind eiförmig.
Die Aussaat
Die Pflanzen können auf der Fensterbank oder im Glashaus vorgezogen werden. Eine Direktsaat ist ebenfalls möglich.
Das Saatgut bleibt 2 - 3 Jahre keimfähig. 1 Gramm Samen ergeben ca. 1.000 Pflanzen.
Mit der Vorzucht beginnt man im Februar, bei 16 °C in Schalen mit feuchter Anzuchterde.
Oregano ist ein Lichtkeimer, deshalb wird der Samen nur an der Oberfläche angedrückt und nicht mit Erde bedeckt.
Wenn man ihn gut feucht hält, sieht man nach 14 - 28 Tagen die ersten Keime.
Ab Mai kann die Pflanze dann nach draußen gebracht werden.
Pflanzen Sie dann immer 3 Pflanzen zusammen und halten Sie zwischen den Trios einen Abstand von 25 cm in alle Richtungen ein.
Die Direktsaat erfolgt Ende Mai bis Mitte Juni. Auch hier wird an der Oberfläche gesät. Bringen Sie 8 Saatkörner auf eine Saatstelle,
halten Sie dann wieder den Abstand von 25 cm ein. Ist die Keimung erfolgt, entfernen Sie an jeder Saatstelle die Pflanzen bis auf drei.
Pflege und Ernte
Die Pflanze ist in der Pflege extrem anspruchslos. Krankheiten sind sehr selten.
Lediglich eine Bodenauflockerung wird durch den mehrjährigen Anbau hin und wieder nötig.
Nach der Ernte empfehlen sich eine Stickstoffgabe und eine Beregnung.
Geerntet werden kann im ersten Anbaujahr nur einmal. Im August wird das Kraut ca. 10 cm über dem Boden geschnitten und getrocknet.
Einzelne Blätter können gelegentlich abgezupft werden und auch frisch in der Küche ihre Verwendung finden.
Ab dem zweiten Jahr kann bis zu drei Mal geschnitten werden: Ende Juni, Mitte August und Anfang September.
Nach der Septemberernte sollte keinesfalls noch mal verschnitten werden, da es sonst zu Schäden im Winter kommen kann.
Schneiden Sie den Oregano immer ab und reißen sie ihn nicht, sonst verletzen Sie die Wurzeln.
Zur Konservierung kann Oregano eingefroren, in Öl eingelegt oder vorsichtig getrocknet werden.
Bei der Trocknung ist eine Temperatur von maximal 40 °C zu wählen, um den Gehalt an ätherischen Ölen so hoch wie möglich zu halten.
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