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DSL - der schnelle Draht ins Internet

Endlich! DSL sei Dank, vorbei die Zeit des langen Wartens, dass sich nach dem Klick die gewünschte Webseite in voller Pracht zeigt oder die Wunschmusik auf den heimischen Computer geladen ist. Mit DSL (Digital Subscriber Line), der digitalen Teilnehmerleitung, können Datenverbindungen mit hohen Datenraten Über eine einfache Telefonkupferleitung mit mehreren Kilometern Länge hergestellt werden. Sehr oft wird diese Technik daher für die Schaltung von Breitband-Internetzugängen eingesetzt. Aber auch bei der direkten Verbindung von Computernetzwerken an verschiedenen Standorten eines Unternehmens kommt diese Technik zum Einsatz.

Funktionsweise von DSL

Im Telekommunikationsmarkt ist DSL derzeit die führende Breitbandtechnik für die "letzte Meile", dass heißt für die Leitung zwischen dem Endteilnehmer und der Ortsvermittlungsstelle. Dabei wird das DSL-Signal auf die vorhandene Telefonleitung oberhalb des Telefonsignals aufmoduliert. Dadurch ist keine zusätzliche Leitung zum Teilnehmer erforderlich. Beim Teilnehmer wird das ankommende DSL-Signal (Downlink) an einem Splitter vom Telefonsignal getrennt und auf das DSL-Modem geleitet. Das DSL-Modem bereitet das DSL-Signal auf, so dass die empfangenen Daten Über die lokale Datenschnittstelle am Computer zur Verfügung stehen. Umgekehrt werden die Sendedaten vom Computer durch das DSL-Modem aufbereitet und als DSL-Datenstrom auf die Teilnehmerleitung gegeben (Uplink). In der Ortsvermittlungsstelle werden Telefon- und DSL-Signal wieder voneinander getrennt und weiterbearbeitet.

Telefonanschluss und DSL-Anschluss nutzen also die gleiche Leitung in verschiedenen Frequenzbereichen und funktionieren somit vollkommen unabhängig voneinander.

Varianten von DSL

ADSL

ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) ist die Standardtechnologie für die Bereitstellung von Breitbandinternet. In Richtung Nutzer (downstream) wird eine hohe Datenübertragungsrate von mehreren Megabit pro Sekunde unterstützt. Damit ist die schnelle Übertragung von Multimediainhalten gewährleistet. In entgegengesetzter Richtung (upstream), also vom Nutzer zum Internetprovider, werden Datenübertragungsraten von einigen hundert Kilobit pro Sekunde unterstützt, also deutlich weniger als beim Downstream. Für die Steuerung der meisten Internetanwendungen reicht dies vollkommen aus. Da die Ansprüche der Nutzer und Anwendungen mit den Möglichkeiten weiter steigen, wurde ADSL weiterentwickelt und unter anderem durch Verbesserung der Modulationsverfahren die Datenübertragungsraten in beiden Richtungen gesteigert. Mit ADSL2+ werden beispielsweise bis zu 25 MBit/s im Downstream und bis zu 3,5 MBit/s im Upstream erreicht. Damit ist auch die Übertragung von hochauflösenden TV-Daten (HD-TV) neben der Telefon- und Internetnutzung möglich.

SDSL

SDSL (Symmetric Digital Subscriber Line) teilt die Bandbreite symmetrisch auf beide Richtungen auf. Diese Technik wird daher vorwiegend dort eingesetzt, wo die Datenvolumen in beiden Richtungen gleichgewichtet sind. Dies trifft insbesondere bei der Kopplung von Unternehmensnetzwerken zu.

Basisband

Zunehmend wird auch auf eine parallele Nutzung von Telefon im Basisband verzichtet und Telefondienste als Voice over IP innerhalb von DSL angeboten. Dadurch kann der freigewordene Frequenzbereich im Basisband für die Steigerung der Datenübertragungsrate oder eine größere Reichweite genutzt werden.

Elemente von DSL

DSLAM

Der DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) enthält die Modem-Gegenstelle des Providers und ist für den Nutzer in der Regel unsichtbar. Downstream, also zum Nutzer hin, werden die Daten in das DSL-Signal umgewandelt und upstream das DSL-Signal demoduliert und die enthaltenen Daten an das Backbone des Providers weitergeleitet.

Splitter

Der Splitter ist eine Frequenzweiche, die das Basisband von den DSL-Frequenzen trennt (splittet), damit nur die Sprachsignale am Telefon empfangen werden. Für ISDN-Anschlüsse wird eine höhere Trennfrequenz von 138 kHz benötigt.

DSL-Modem

Das DSL-Modem sorgt für die Wandlung der Daten in einen DSL-Datenstrom (und umgekehrt), die Verbindungssteuerung sowie die Anpassung an die jeweiligen Schnittstellen. Der DSL-Port wird meist mit WAN (Wide Area Network) gekennzeichnet, lokal sind unterschiedliche Schnittstellen vorhanden, je nachdem, ob es sich bei dem Gerät um ein Einbau-Modem oder ein externes Gerät handelt. Einbau-Modems sind meist als PCI-Steckkarte ausgeführt. Externe Modems unterstützen die USB-Schnittstelle. Oft wird die Funktionalität des Modems um Routerfunktionen erweitert und zusätzlich Ethernet-Ports und WLAN bereitgestellt. Damit können mehrere Rechner gleichzeitig über DSL mit dem Internet verbunden werden. Auch die Integration von Telefonanschlüssen ist mittlerweile üblich. Solche Geräte unterstützen amtsseitig entweder den herkömmlichen Anschluss (analog bzw. ISDN) oder VoIP (integrierter VoIP-ATA).

Anwendungen für DSL

Internet

Surfen im Internet zu Informationszwecken ist heute eine der notwendigsten und gleichzeitig beliebtesten Beschäftigungen geworden. Mit DSL wird diese Tätigkeit durch hohe Datenraten im Downlink bestens unterstützt.

Echtzeitanwendungen wie VoIP oder Spiele

Für Echtzeitanwendungen ist die Antwortzeit (Latenz) ein wichtiges Kriterium. Sowohl beim Telefonieren per VoIP als auch beim Online-Spielen machen sich Verzögerungen im Bereich von einigen Millisekunden schon negativ bemerkbar. Trotz ausreichender Datenübertragungsraten sind manche DSL-Anschlüsse aufgrund der Verzögerungen nicht für diese Echtzeitanwendungen geeignet. Kurze Latenzen werden jedoch oft als kostenpflichtige Zusatzoption angeboten.

Serverbetrieb

Erste Voraussetzung für den Betrieb eines Servers ist ein DSL-Anschluss mit fester IP-Adresse, damit die Anwendung immer unter der bekannten Adresse im Internet erreicht wird. Bei den meisten DSL-Anschlüssen teilen die Provider nämlich aus Sparsamkeitsgründen wechselnde IP-Adressen nach Bedarf zu. Des Weiteren ist aufgrund der gleichzeitigen Bedienung von vielen Clients eine hohe Datenrate sowohl für den Downstream als auch für den Upstream notwendig.

Triple Play

Triple Play steht als Marketing-Begriff für die Vereinigung von Telefon, Internet und TV-Anwendungen über ein Medium. Um diese 3 Anwendungen gleichzeitig über DSL betreiben zu können, sind neben einer hohen Datenrate auch Vorkehrungen für die Qualitätssicherung der Medienströme notwendig. Die Übertragung eines PAL-TV-Programms benötigt bis zu 4 MBit/s downstream, ein HD-TV-Programm schon 8-12 MBit/s. Wenn dazu noch Internetnutzung und VoIP-Telefonie mehrerer Nutzer kommt, ist auch ein ADSL2+-Anschluss schnell ausgereizt.

Daher geht die Entwicklung weiter, und neue Varianten wie zum Beispiel VDSL (Very High Speed - DSL) mit Datenübertragungsraten von über 50 MBit/s downstream werden angeboten. Um die Reichweitenbegrenzung auszuhebeln, werden dabei die aktiven Komponenten (DSLAM) aus der Ortsvermittlungsstelle näher zum Kunden in den Straßenverteiler verlagert. Diese werden dann über schnelle Glasfaserkabel mit dem Backbone des Providers verbunden.

Hinweise zur Auswahl von DSL-Lösungen

Das größte Angebot an DSL-Lösungen besteht für den Breitband-Internetanschluss. Die neuere ADSL2+-Technik ist abwärtskompatibel zur ADSL-Technik. Orientieren Sie sich am besten an den Angaben des Providers zur angebotenen DSL-Variante. Überlegen Sie zudem, ob über diesen Anschluss nur ein Computer oder mehrere Computer gleichzeitig mit dem Internet verbunden werden sollen. Für Einzelplatznutzung sind günstige DSL-Modemkarten geeignet, die im Rechner verschwinden. Für die Informationsbeschaffung reichen dann auch relativ niedrige DSL-Datenraten aus. Für mehrere angeschlossene Rechner sollte es schon eine höhere Datenübertragungsrate sein. Für Mehrplatznutzung eignet sich ein Router mit integriertem DSL-Modem, LAN-Switch und WLAN-Modul. Soll ausserdem Voice over IP genutzt werden, muss schon der Router die QoS-Funktionen dafür bereitstellen.

Für den Serverbetrieb ist es erforderlich, einen DSL-Anschluss mit fester IP-Adresse zu erhalten. Auch die Datenübertragungsrate sollte mit den erwarteten Zugriffszahlen übereinstimmen. Für Triple Play ist ein abgestimmtes Paket aus Provider-Angebot, schnellem DSL-Anschluss und DSL-Modem erforderlich.

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