Grün ohne Kompromisse
Ein dichter, grüner und noch dazu belastbarer Rasen ist der Traum jeden Gartenbauers. Ein gepflegter Rasen gehört in jeden Park, auf jeden Sportplatz, jeden Golf- und Spielplatz. Gepflegte Grünflächen gehören einfach zu unserem Alltag. Doch um diese zu erhalten und vor allem zu behalten, gilt es einige grundlegende Dinge zu beachten.
Schönheit erhalten
Neben dem regelmäßigen und richtigen Mähen mit einem geeigneten Rasenmäher und einer regelmäßigen Behandlung mit einem Vertikutierer, einer guten Wasserversorgung und der richtigen Rasensorte sind Sie schon auf dem richtigen Weg. Aber wer eine schöne, gesunde Grünfläche haben möchte und dies über Jahre, darf keinesfalls die richtige Düngung vergessen. Nährstoffe sind für den Rasen enorm wichtig. Um seinen Ansprüchen gerecht zu werden gibt es spezielle Rasendünger, deren Komposition direkt auf die Pflanze mit den Halmen abgestimmt ist. Bedenken Sie auch, dass selbst das Mähen dem Rasen wichtige Nährstoffe entzieht.
Die Folgen schlechter Versorgung
Rasen, der schlecht mit Nährstoffen versorgt wird, sieht man das auch an. Die Folgen sind Ausblassen und ein geringer Zuwachs. Der Rasen wird dünn, ist nicht mehr belastbar und seine satte Grünfärbung verschwindet. Zusätzlich bekommen Unkräuter und Moos eine Chance und breiten sich ungehindert aus. Wo einst die gepflegte und mit viel Mühe angelegte Grünfläche war, entsteht eine Oase an Unkräutern.
Welche Nährstoffe sind wichtig?
Jede Pflanze ist anders, und in der Entwicklung ablaufende Prozesse stellen gesonderte Ansprüche an den Nährstoffgehalt des Bodens, auf dem sie wachsen. Rasen benötigt vor allem Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium und Spurennährstoffe. Jedes dieser Elemente hat eine bestimmte Bedeutung für den Rasen. Rasendünger sind genaustes auf die Bedürfnisse der Pflanze abgestimmt.
Stickstoff
Stickstoff ist für das Wachstum des Rasens zuständig. Das Element ist ein wichtiger Bestandteil wenn es um Blattneubildung und Regeneration geht. Die Chlorophyllbildung lässt das Grün entstehen und wird durch Stickstoff gefördert.
- Magnesium: Die richtige Dosis sorgt dafür, dass Ihr Rasen mit einer satten Grünfärbung versehen ist und bleibt.
- Kalium: Durch die Gabe von Kalium wird der Rasen widerstandfähig. Er wird resistenter gegen Krankheiten und kann Reservestoffe besser für den Winter speichern. Auch eine gewisse Resistenz gegen Trockenheit kann herbeigeführt werden, da über Kalium der Wasserhaushalt reguliert wird.
- Phosphor: Phosphate steuern ihren Teil zum Wachstum bei. Sie stärken die Wurzeln und fördern deren Wachstum. Der gesamte Energiehaushalt der Pflanze wird verbessert.
- Spurennährstoffe: Um dem Rasen ausreichend Nahrung zuzuführen wird häufig auf Eisen zurückgegriffen. Der Bestandteil im Rasendünger hat zusätzlich eine moosverdrängende Wirkung.
Das richtige Maß
Rasen sollte mindestens dreimal jährlich gedüngt werden. Um zu sehen, wie sich pH-Wert und Nährstoffgehalt des Bodens entwickeln, sollte alle drei Jahre eine Analyse des Bodens durchgeführt werden. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 6,5 liegen.
Die Nährstoffbedürfnisse des Rasens variieren je nach Rasentyp. Die Belastung des Rasens fließt ebenfalls mit ein. Ein Mensch, der aktiv ist, verbrennt ja auch mehr Kalorien als jemand der den ganzen Tag sitzt. Man hat allerdings entsprechende Mittelwerte erstellt die als Richtlinie gelten.
Zier- und Gebrauchsrasen benötigen je Quadratmeter im Jahr etwa: 20 g Stickstoff (N), 7 g Phosphor (P2O5), 15 g Kalium (K2O), 3 g Magnesium (MgO) sowie Eisen als wichtigstes Spurenelement. Diese Nährstoffe werden mit den drei Düngungen zugeführt.
Je nach Zusammensetzung des erworbenen Rasendüngers variiert die Menge die sie benötigen. Achten sie also auf die Packungsangaben und setzen Sie beim Kauf auf eine annähernde Zusammensetzung, die sich zumindest am Verhältnis der Nährstoffmengen orientiert.
Sie benötigen meist zirka 100 Gramm des Rasendüngers auf den Quadratmeter, um ausreichend Stickstoff auszubringen. Die Zusammensetzung ist bei handelsüblichem Rasendünger entsprechend angesetzt.
Wann wird gedüngt
Die Düngung muss immer dann erfolgen, wenn der Rasen den Dünger benötigt. Es wird dreimal jährlich gedüngt, um eine entsprechend gleichmäßige Verteilung des Nährstoffgehaltes zu erreichen. Wenn Sie düngen, dann bitte erst zwei bis drei Tage nach dem mähen.
Im Frühjahr
Gräser wachsen das erste Mal im Jahr von April bis Mai sehr stark. In diesem Zeitraum nehmen sie viel Nahrung auf. Deshalb sollten Sie im März die erste Düngung des Rasens vornehmen. Soll der Rasen vertikutiert werden, dann düngen sie bitte erst danach. Sie sollten bei dieser Gabe ca. 23 % des Jahresnährstoffbedarfs ausbringen. Gleichzeitig verhindern Sie mit dieser Düngung die Moos- und Unkrautbildung.
Im Sommer
Acht bis zehn Wochen nach der ersten Düngung folgt die zweite. Im Juni werden 45 % des Jahresnährstoffbedarfes zugeführt. Die Gräser treiben jetzt ihre Samenhalme aus und brauchen viele Nährstoffe, um gesund wachsen zu können.
Im Herbst
Bringen Sie jetzt die restlichen 32 % des Jahresbedarfes in den Boden. Richten Sie besonderes Augenmerk auf die Gabe von Kalium. Dies stärkt die Zellwände und macht den Rasen winterfit. Auf eine erhöhte Stickstoffgabe sollte verzichtet werden, um die Zellneubildung nicht anzuregen.
Die richtige Technik
Streuwagen machen sich bei der Düngerverteilung besonders gut. Eine genaue Dosierung wird somit möglich. Um den Dünger so gleichmäßig wie möglich aufzubringen empfiehlt es sich, in zwei Durchgängen zu düngen. Teilen Sie den Dünger in zwei gleiche Portionen, tragen Sie die erste Portion auf und die zweite danach zur ersten Düngerichtung quer gerichtet. So wird ungleichmäßiges Wachstum und die Überdüngung vermieden.
Langzeitwirkung
Nutzen sie nach Möglichkeit immer einen Langzeitdünger. Dieser hat den Vorteil, dass er die enthalten Wirk- und Nährstoffe kontinuierlich abgibt. Über drei Monate hinweg werden die Stoffe gleichmäßig freigesetzt. So erhalten sie ein optimales Düngeergebnis und sind vor Überdüngungen geschützt.
Unkrautvernichter
Einige Dünger enthalten zusätzlich Unkrautvernichter. Sie können auf solche Zusätze bei einer spezifischen und gut dosierten Düngung aber auch gern verzichten, da ihr Rasen so widerstandfähig und dicht wird, das Unkraut und Moos kaum eine Chance haben.
Achtung: Ein Rasen, der in der vollen Sonne wächst benötigt mehr Nährstoffe als ein Rasen, der im Schatten gedeiht. Beachten Sie dies bei den Düngungen.
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