Home » Referenzen » Nachhaltig einkaufen: Katalogübergreifend und international

Praxisbericht der innogy

Nachhaltig einkaufen: Katalogübergreifend und international

Nachhaltigkeit spielt auch im Einkauf eine immer wichtigere Rolle. Der Energieversorger innogy suchte nach einer Lösung, um Einkaufsprozesse effizient, nachhaltig und vor allem international einheitlich zu gestalten – und fand sie bei Mercateo.


Moderne Fortbewegung: innogy ermöglicht Elektromobilität in Städten.

2008 suchte die international agierende innogy SE, damals noch RWE AG, nach einem Partner für das Kataloghosting seiner Stammlieferanten. Zusätzlich wollte der nachhaltig ausgerichtete Konzern Bedarfslücken schließen, Freitextbestellungen minimieren und somit seine Einkaufsprozesse optimieren. Die besondere Herausforderung dabei: Die E-Procurement-Funktionalitäten sollten nach der Einführung in Deutschland europaweit ausgerollt werden. Mercateo stellte sich diesen Herausforderungen und setzte die Anforderungen in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden um. Aktuell hat der Energieversorger international über 150 Kataloge seiner Stammlieferanten zu den von innogy verhandelten Konditionen auf der Mercateo Plattform integriert. Ergänzt werden die Standardbedarfe durch das Sortiment des Mercateo Shop, über den seltene Einmalbedarfe im indirekten Einkauf über einen Kreditor abgewickelt werden können. Für André Lückert, Leiter Relationship & Master Data Management bei innogy, war diese Kombination der ausschlaggebende Faktor für die Entscheidung: „Die Möglichkeit, über Mercateo die Abdeckung nahezu aller Bedarfe und das Kataloghosting über eine Plattform zu visualisieren, hat uns damals überzeugt. Zudem hat Mercateo auch unsere Anforderungen an ein E-Procurement-System erfüllt.“

Katalogübergreifend nachhaltig einkaufen

Der Energieversorger hat sich auf die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien spezialisiert. Aus diesem Grund gehört nachhaltiges Handeln bei innogy zu den Unternehmensgrundsätzen und spiegelt sich auch im indirekten Einkauf in effizienten Prozessen und in der Sortimentsauswahl wider. Eine besondere Anforderung an Mercateo war deshalb die Kennzeichnung von nachhaltigen Produkten. Da sich Umweltstandards aber nicht pauschal auf alle Artikel der Stammlieferanten anwenden ließen, wurde jeder Einkäufer des Konzerneinkaufs angehalten, in Rücksprache mit seinen Lieferanten das Sortiment auf Nachhaltigkeit zu überprüfen und umweltfreundliche Produkte zu kennzeichnen. „Das kann im Bürobedarf recycel-tes Papier sein und im Elektronikbereich besonders energieeffiziente Geräte beinhalten. Sucht ein Mitarbeiter etwa Haftnotizen, werden ihm die umweltfreundlichsten ganz oben im Suchergebnis angezeigt oder er kann direkt danach selektieren“, beschreibt Lückert das Verfahren. Bei innogy wurde die Kennzeichnung als „Green Label“ eingeführt, grundsätzlich lässt sich das katalogübergreifende Hervorheben von bestimmten Artikeln aber ganz individuell gestalten. So kann auch nach Inventarprodukten oder in den individuellen Bedarfen eines Standorts unterschieden werden. Essenziell für ein individuelles Kataloghosting ist immer die Zusammenarbeit aller Beteiligten, wie André Lückert bestätigt: „Wir haben das Thema von Beginn an gemeinsam mit Mercateo umgesetzt und sind dadurch gemeinsam gewachsen – an den Aufgaben und international.“

Die Mercateo Country Manager vor Ort, die die Landessprache beherrschen und sich auch mit den gesetzlichen Grundlagen auskennen, waren eine wichtige Komponente für eine erfolgreiche Internationalisierung.André Lückert, Leiter Relationship & Master Data Management

Eine neue Generation von Einkäufern

Galt der Einkauf früher als ausführendes Organ ohne viel Gestaltungskompetenz, so hat er sich heute zu einem wichtigen strategischen Partner im Unternehmen entwickelt. Damit einher gehen völlig neue Anforderungen an die Funktion des Einkäufers, wie André Lückert aus der Praxis zu berichten weiß: „Heute ist der Einkäufer bereits sehr viel eher in die Einkaufsprozesse mit eingebunden. Vor allem bei Themen wie Nachhaltigkeit, kann das von enormer Wichtigkeit sein. So hat er natürlich viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten gemeinsam mit den Bedarfsträgern Unternehmensziele zu verfolgen.“ Einkäufer sind laut Lückert heute Innovationstreiber und Moderatoren im Unternehmen und sollten daher drei wichtige Eigenschaften mitbringen:

  • Kommunikativ und mehrsprachig – Einkäufer müssen viel mehr mit den Bedarfsträgern aber auch mit den Lieferanten kommunizieren. Der Liefermarkt ist internationaler geworden, da sind gute Englischkenntnisse zwingend erforderlich.
  • Fachlich auf Augenhöhe mit dem Anforderer – Einkäufer müssen die Wertschöpfungskette kennen und enormes Fachwissen in ihren Warengruppen haben. Dabei sollten sie auch die internationalen Märkte im Auge behalten. Sie sind mit dafür verantwortlich, dass Innovationen gemeinsam mit Lieferanten und Anforderern vorangetrieben werden. Nur so gelingt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Bedarfsträgern.
  • „Problemlöser“ – Einkäufer müssen sich in das Business des Kunden einfühlen können. Das kann man nicht immer nur aus dem eigenen Büro machen, dafür müssen sie sich auch mal die Sicherheitsstiefel anziehen und auf der Baustelle vor Ort sein.

Individuelle Internationalisierung

Das Kataloghosting war auch die entscheidende Grundlage für den Energiekonzern, um die Einkaufslösung international in den europäischen Tochtergesellschaften auszurollen. Nicht in jedem Land herrschen die gleichen Rahmenbedingungen vor wie in Deutschland. Die heterogene Systemlandschaft stellte dabei noch die geringste Hürde dar. Eine besondere Erfahrung hat innogy in Ungarn gemacht. Hier bestimmt ein Gesetz, dass jede bestellte Materialposition in einem Rahmenvertrag vorhanden sein muss. Mercateo bietet die Möglichkeit, solche Rahmenverträge auf der Beschaffungsplattform abzubilden, eine Funktion, die innogy auch in weiteren Ländern nutzt. Mittlerweile hat innogy die Mercateo Lösung in sieben europäischen Ländern eingeführt. Eine wichtige Erkenntnis, die Lückert in diesen Jahren gewonnen hat: Für Internationalisierung muss man sich Zeit nehmen. „Die einzelnen Länder sind sehr individuell, das sollte man nicht unterschätzen. Wenn wir von sieben Ländern sprechen, sprechen wir auch von sieben unterschiedlichen Organisationen und natürlich auch von sieben verschiedenen Ausgangssituationen. Da kann man nicht mit dem Gießkannenprinzip die Lösung, die wir hier in Deutschland kreiert haben, auf alle Länder übertragen.“ (siehe Infobox „Die 5 goldenen Regeln der Internationalisierung“)


innogy setzt auf erneuerbare Energien für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Die Menschen machen den Unterschied

Bei all den wirtschaftlichen und kulturellen Unterschieden war es dennoch immer derselbe wichtige Faktor, der die internationalen Projekte zum Erfolg führte: die Menschen vor Ort. Sie sind ein wichtiger Innovationstreiber und müssen von Beginn an ins Boot geholt werden. „Da muss ich mich als Einkäufer auch mal in den Flieger setzen und meine Ansprechpartner persönlich treffen. Das Schlimmste bei solch einem Projekt,“ sagt Lückert, „sind E-Mails aus dem Headoffice, die angeben wie das jetzt gemacht werden muss.“ Das gelte allerdings nicht nur für internationales Projektmanagement, auch im Alltagsgeschäft kann ein Besuch auf der Baustelle oder am Arbeitsplatz des Anforderers helfen, dessen Bedarfe besser zu verstehen (siehe Infobox „Eine neue Generation von Einkäufern“).

Persönliche Betreuung vor Ort

Internationale Projekte brauchen ein konstantes Grundgerüst, aber auch viel Flexibilität beim individuellen Ausbau im jeweiligen Land. Im Falle von innogy bildete Mercateo als langjähriger Partner dieses Grundgerüst, mit einem individualisierbaren Kataloghosting und erfahrenen Mitarbeitern in den jeweiligen Ländern. „Die Mercateo Country Manager vor Ort, die die Landessprache beherrschen und sich auch mit den gesetzlichen Grundlagen auskennen, waren eine wichtige Komponente für eine erfolgreiche Internationalisierung“, resümiert Lückert. Gemeinsam mit Mercateo möchte der innogy Einkäufer die verfügbare Sortimentsbreite weiter ausbauen und so nahezu eine Vollsortimentsabdeckung erreichen. Er hat auch schon neue Ideen für wegweisende Projekte: „Ich möchte noch mehr Dienstleistungen im E-Procurement abdecken können.“

Die 5 goldenen Regeln der Internationalisierung

Auf die Frage nach den 5 goldenen Regeln, die bei der Internationalisierung von Einkaufsprozessen zu beachten sind, antwortete André Lückert zunächst: „Der Mensch, der Mensch, der Mensch.“ Damit ist klar, welcher Faktor bei internationalen Projekten am wichtigsten ist. Die weiteren vier hat er ebenfalls erläutert: „Man muss sich definitiv dem jeweiligen Land und den Unterschieden öffnen. Auch wenn man gerne Standards implementieren möchte, muss man hier flexibel sein und darf den einzelnen Ländern gleichzeitig nicht zu viel Freiraum geben.“

  1. Die Menschen mitnehmen – ohne sie bekommt man nichts umgesetzt. Vor allem vor Ort braucht es fähige Menschen, die zum Beispiel die Rechtslage kennen.
  2. Persönlichen Kontakt herstellen – man muss reisebereit sein und die Beteiligten vor Ort besuchen, um sich persönlich auszutauschen. Dazu gehört auch gemeinsame Zeit außerhalb der Arbeit zu verbringen, um die Kultur besser kennenzulernen.
  3. Flexibel und kreativ sein – auch wenn man Standards implementieren möchte. Man muss sich dem jeweiligen Land und den Unterschieden öffnen und von dem Standardprozess leicht abweichen.
  4. Überzeugen und Perspektiven aufzeigen – nur wenn die Menschen vor Ort überzeugt sind und mitziehen, können am Ende auch die Kunden überzeugt werden. Dazu muss man Mitarbeitern Perspektiven aufzeigen, welche Chancen sich aus der Veränderung ergeben.
  5. Immer unterstützen – egal in welchen Belangen. Es ist ein gemeinsames Projekt und nicht mit dem Startschuss in einem Land abgeschlossen.

 

Praxisbericht herunterladen:

Sie möchten den Praxisbericht sowie weitere Referenzen als PDF erhalten? Dann nutzen Sie hier die Möglichkeit zum Download.

Über das Unternehmen

innogy Logo
Innogy erzeugt Energie aus erneuerbaren Quellen und bietet innovative Energiedienstleistungen, etwa in den Bereichen Speichertechnologien, Elektromobilität und Energieeffizienz. Mit ihren drei Geschäftsfeldern Netz & Infrastruktur, Vertrieb und Erneuerbare Energien adressiert die innogy SE die Anforderungen einer modernen dekarbonisierten, dezentralen und digitalen Energiewelt. Im Zentrum der Aktivitäten von innogy stehen 22 Millionen Kunden.
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Gründung: 2016
Branche: Energieversorgung
Hauptsitz: Essen (Deutschland)
Leitung: Vorstand: Dr. Erhard Schipporeit (Aufsichtsratsvorsitzender), Uwe Tigges (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl: 42.393 (2017, in Vollzeitstellen)
Jahresumsatz: 42.393 Mrd. € (2017)
Website: www.innogy.com
Teilen: