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„Wir tragen Köthen in die Welt und die Welt nach Köthen“

Peter Ledermann über 10 Jahre Mercateo in Köthen

Interview mit Peter Ledermann zum 10-jährigen Jubiläum und Neubau in Köthen

Mercateo feiert in diesem Jahr zehn Jahre Köthen und setzt mit der Eröffnung des Neubaus ein deutliches Zeichen hinsichtlich der Bedeutung des Standortes. Worin genau liegen für Sie die Vorzüge dieser Stadt?

Peter Ledermann: Köthen und Mercateo gehören für mich einfach zusammen. Vor jeder Neueinstellung führen wir die Bewerberinnen und Bewerber durch unsere Köthener Büroräume. Auf diese Weise bekommen wir ein Gefühl davon, inwieweit der Mensch zu uns passt. Wir haben uns bewusst gegen einen Standort wie Berlin entschieden, auch wenn man ein international agierendes IT-Unternehmen wie das unsrige da eher vermuten würde. Aber wir wollen keinen Trends hinterherrennen, nicht hipp sein und damit kurzfristig agieren, sondern unseren eigenen Weg gehen. Mercateo steht für Nachhaltigkeit und Kontinuität, daher setzen wir auf Menschen, die unser Wertesystem tragen und mit uns gemeinsam wachsen können und wollen. All das haben wir in Köthen gefunden. Zudem ist die Stadt sehr gut organisiert. Wir sind hier sehr offen empfangen worden. Eine wichtige Rolle hat dabei der Köthener Bürgermeister, Kurt-Jürgen Zander, gespielt, der uns von Anfang an das Gefühl gegeben hat, willkommen zu sein. Die Wege sind hier kürzer und Entscheidungen können so viel schneller realisiert werden. Als wir 2004 beispielsweise eine funktionstüchtige Internetleitung benötigten, stand diese binnen einer Woche. In einer Großstadt hätte das deutlich länger gedauert. Auch für unseren Neubau verlief die Zusammenarbeit zwischen dem Baudezernat der Stadt, dem Denkmalschutz und dem Eigentümer sehr gut. Zudem hat Köthen rein infrastrukturell alles, was wir benötigen. Durch die Hochschulen in Köthen, Dessau und Bernburg haben wir die Nähe zur Forschung und finden hier immer wieder sehr gute Fachkräfte. Köthen ist eine Stadt, die zu uns passt, in der wir uns zuhause fühlen.

Auf welche Aspekte beim Bau der neuen Büroräume haben Sie denn insbesondere Wert gelegt?

P. L.: Die Büroräume sollen unsere Unternehmensphilosophie nach außen tragen. Dementsprechend war es uns wichtig, dass das neue Gebäude Offenheit und Transparenz ausstrahlt. Kleine verschlossene Büroräume, wie man das z. T. in anderen Unternehmen findet, wären für uns undenkbar gewesen. Daher haben wir Wert auf große und helle Räume gelegt. Die Kunst war es nun, ein Großraumbüro individuell und mit den bestmöglichen Arbeitsbedingungen zu gestalten. Es gibt zahlreiche Treffpunkte für spontane Begegnungen. Diese sind für unsere Arbeit enorm wichtig. Überall sind Whiteboards angebracht, sodass viele Ideen auf diese Weise bei uns entstehen und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig finden sich genügend Rückzugsmöglichkeiten, um in Ruhe zu arbeiten. Von außen ist der Bau sehr sachlich, doch wie schon beim Altbau betritt man offene Räume und sieht sich keinen Schranken ausgesetzt. Dahingehend ist der Neubau nach unseren Vorstellungen umgesetzt worden, natürlich auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, für uns in gleicher Weise wie für den Vermieter.

Wann genau wurde die Entscheidung für den Neubau in Köthen von Mercateo getroffen?

P. L.: Wir haben mit der Planung 2011 begonnen, also zu einem Zeitpunkt, wo Mercateo bereits ein paar Jahre profitabel war und sich auf dem Markt etabliert hat. Es war absehbar, dass wir immer weiter wachsen werden und damit auch die Zahl unserer Mitarbeiter kontinuierlich steigen wird. Damit war es eine Frage der Zeit, wann die Räumlichkeiten der alten Kaffeerösterei an ihre Grenzen stoßen würden. Rückblickend haben wir mit unseren Überlegungen früh genug begonnen. Daher sind wir trotz diverser Herausforderungen, die während der Bauphase zutage traten, beispielsweise die recht schwierigen Bodenverhältnisse, pünktlich zu unserem zehnjährigen Jubiläum fertig geworden.

Derzeit arbeiten etwa rund 300 Mitarbeiter für Mercateo, etwa 200 davon in Köthen. Mit den zusätzlichen 1.050 Quadratmetern Bürofläche haben sich nicht nur die Arbeitsbedingungen für die bisherigen Mitarbeiter weiter verbessert, sondern es wurde damit auch Raum für personelle Verstärkung geschaffen. Wohin soll der Weg von Mercateo denn diesbezüglich in den nächsten Jahren gehen?

P. L.: Wir haben mit dem Neubau Platz für 100 neue Fachkräfte geschaffen und die ersten neuen Mitarbeiter sind auch bereits eingezogen. Nachdem wir speziell im letzten Jahr ein wenig enger zusammenrücken mussten, haben wir jetzt wieder deutlich mehr Platz. Mercateo wird weiter wachsen und in den kommenden Jahren werden wohl auch die Kapazitäten der neuen Büroräume erschöpft sein. Wenn alles nach unseren Vorstellungen verläuft, wird das Gebäude dann erneut erweitert. Zumindest ist das neue Bürogebäude architektonisch so umgesetzt, dass ein weiterer Anbau möglich ist.

Und was bedeutet das konkret?

P. L.: Theoretisch hat unser Standort in Köthen das Potenzial, 600 bis 800 Menschen einen Arbeitsplatz zu bieten und ich bin davon überzeugt, dass es keine weiteren zehn Jahre dauern wird, bis wir personell diese Größe erreicht haben werden.

Zur Einweihung des neuen Bürogebäudes findet eine Eröffnungsfeier statt, zu der u. a. der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Dr. Reiner Haseloff, sowie regionale Vertreter aus Politik und Wirtschaft eingeladen sind. Warum war Ihnen das wichtig?

P. L.: Wir, wie auch andere Vertreter der hiesigen Wirtschaft, haben in gleicher Weise wie die Politik ein Interesse daran, die Region mit ihrem unglaublichen Potenzial zu stärken. Diesbezüglich ziehen wir alle an einem Strang. Wenn wir qualitativ ansprechende Arbeitsplätze und Lehrstellen schaffen, halten wir junge, gut ausgebildete Menschen in der Region. Dazu kommen noch die zahlreichen Rückkehrer, für die es speziell im IT-Bereich zuvor hier kaum Jobs gab. Dr. Reiner Haseloff hat das bereits während seiner Zeit als Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt erkannt und Mercateo 2008 als Unternehmen des Monats ausgezeichnet. Sein damaliger Weitblick bewahrheitet sich heute. Es freut mich persönlich sehr, dass Dr. Reiner Haseloff unserer Einladung gefolgt ist. Wir betrachten das als ein Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit und der Bedeutung von Mercateo für die Region.

Wenn man als Unternehmen ein Jubiläum feiert, bleibt der Blick auf das bisher Erreichte natürlich nicht aus. Wie bewerten Sie die letzten zehn Jahre?

P. L.: Wir haben hier in Köthen Fantastisches erreicht. Die ersten Jahre waren natürlich nicht leicht, aber das ist nicht ungewöhnlich, wenn man mit einer Idee auf den Markt drängt, von der kein anderer zuvor glaubte, dass die Welt genau das einmal brauchen könnte. Somit gab es anfänglich auch viele kritische Stimmen, doch wir waren felsenfest davon überzeugt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Und die letzten Jahre beweisen, dass wir damit vollkommen richtig lagen. Inzwischen haben wir uns etabliert und uns einen Namen gemacht. Wir wachsen jährlich im Schnitt etwa um 25 % und sind in zehn weiteren europäischen Ländern vertreten, in acht davon sogar mit jeweils eigener Landesgesellschaft. Aber das sind allein unternehmerische Fakten. Was mich besonders freut, ist zu beobachten, wie Menschen mit ihren Aufgaben wachsen – wenn unsere jungen Azubis zu Persönlichkeiten heranreifen oder unsere internationalen Mitarbeiter ein kosmopolitisches Flair in unser Unternehmen hineinbringen. Viele unserer Kunden sind Global Player. Wir tragen also nicht nur Köthen in die Welt, sondern holen die Welt auch nach Köthen. Die Idee hinter Mercateo hat einfach Hand und Fuß und wir können stolz auf die letzten zehn Jahre zurückblicken.

Dem Blick in die Vergangenheit schließt sich natürlich auch jener in die Zukunft an. Wenn Sie die Mercateo-Geschichte heute zehn Jahre weiter denken, welche Vision haben Sie denn von Mercateo im Jahre 2024?

P. L.: Wir haben den Ehrgeiz, ein Unternehmen zu sein, das neue Standards im Handel und speziell in der elektronischen Beschaffung setzt – und das hier in Deutschland. Unser Geschäftsmodell ist weit über die Grenzen Europas übertragbar. Eine Expansion z. B. in die Vereinigten Staaten kann ich mir in den nächsten Jahren sehr gut vorstellen. Meine Vision von Mercateo ist, dass wir als Beschaffungsplattform im B2B-Bereich weltweit eine wichtige Rolle auf dem Markt spielen. Dazu gehört auch, dass wir personell wachsen. Wir haben uns ganz bewusst mit dem Neubau für den Standort Köthen entschieden und einen Mietvertrag über zehn weitere Jahre unterschrieben. Der heutige Stand ist also erst eine Zwischenetappe. In zehn Jahren werden wir mehr als doppelt so viele Mitarbeiter beschäftigen und an weiteren Standorten in Deutschland und weit darüber hinaus vertreten sein. Mercateo wird noch deutlich internationaler werden. Das Herz wird jedoch immer in Köthen schlagen, denn hier haben wir unsere Wurzeln.

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