Intubation - Hilfe im Notfall
In der Notfallmedizin, Intensivmedizin im Operationsbereich oder bei der ganz normalen Krankenhausbehandlung kann es unter Umständen für das Leben des Patienten enorm wichtig sein, eine Intubation vorzunehmen. Hierbei wird ein Tubus in den Atemweg, die Luftröhre, eingeführt. So erreicht man, dass der Atemweg frei bleibt. Es können Gase durchgeleitet werden oder aber auch Flüssigkeiten abgesaugt werden. Zusätzlich ermöglicht ein Tubus einen sicheren Verschluss der Luftröhre rings um den Tubus, damit beispielsweise kein Erbrochenes in die Lunge geraten kann. Viele Patienten werden bereits in der Notfallmedizin intubiert, deshalb ist es wichtig, das der Rettungswagen und der Rettungskoffer immer mit ausreichend Material bestückt ist.
Wann wird intubiert?
Damit man einen Überblick erhält wie wichtig Tuben sind, muss man das Intubationsfeld im Ganzen betrachten. Nicht nur Patienten die unter Atemstörungen leiden und künstlich beatmet werden müssen intubiert werden. Das Spektrum ist weitaus größer. Allergiker, die auf Grund einer allergischen Reaktion unter einem Anschwellen der oberen Atemwege leiden können ebenso intubiert werden, wie Patienten die in eine Narkose versetzt werden. Menschen, deren Schutzreflexe nicht ausreichend funktionieren, so dass die Gefahr besteht, dass Fremdstoffe in die Lunge geraten, brauchen eine Tubus genau wie Patienten, die blutende Verletzungen der oberen Atemwege haben. Der Tubus ist also eines der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände, um die Vitalfunktion 'Atmung' in vielen Situationen korrekt aufrecht zu erhalten.
Intubationsarten
Die Intubation von Patienten darf nur durch geschultes und befähigtes Personal erfolgen. Die Intubation kann oral oder nasal durchgeführt werden. Hierbei wird der Tubus in die oberen Atemwege eingeführt. Die nasale Intubation wird meist bei Langzeitbehandlungen eingesetzt. Der Querschnitt des Tubus ist immer rund, dadurch wird die Gefahr des Knickens vermindert. Jeder Knick stellt später ein erhöhtes Risiko bei der Beatmung dar, da kein ausreichender Gasaustausch mehr stattfinden kann. Fixieren Sie deshalb den gelegten Tubus mit einer Tubusfixierung.
Tubusmaterialien
Das am häufigsten verwendete Material für Tuben ist PVC. Polyvinylchlorit ist gewebeverträglich und passt sich bei Erwärmung auf die Körpertemperatur an seine Umgebung an. Das Material ist flexibel. Auch die Sekretabweisung ist gut. Tuben aus PVC sollten als Einmaltuben verwendet werden, da durch Hitzeeinwirkungen eine Deformation erfolgen kann. Sterilisatoren arbeiten meist mit hohen Temperaturen oder Chemikalien, solche Anwendungen sind zu vermeiden. Geprüfte Materialien sind hier zu bevorzugen, da es sonst zu Gewebereaktionen kommen kann. Verwenden Sie nach Möglichkeit latexfreie Tuben, um allergische Reaktionen zu vermeiden. Für mehrfach verwendbare Tuben wird als Material vorwiegend Silikon eingesetzt, dies hält den Sterilisationen gut stand.
Tubusarten und Ihr Einsatzgebiet
Der Combitubus
Der kombinierte Tubus bietet den Vorteil, dass er leicht angewandt werden kann. Es ist wenig Übung erforderlich, um ihn genau zu positionieren. Er wird fast ausschließlich in der Notfallmedizin angewandt, er kann innerhalb von Sekunden auch ohne Hilfsmittel eingeführt werden und eine Beatmung in trachaeler (Luftröhrenposition) als auch in oesophagealer Postition (Speiseröhrenposition) ist gewährleistet. Dieser Tubus ist nicht zur Langzeitanwendung gedacht. Er lässt sich aber hervorragend überall dort einsetzen, wo der Zugang zum Patienten erschwert ist, da der behandelnde Arzt auch seitlich zum Patienten stehen kann um den Combitubus einzuführen.
Der Endotrachealtubus
Das obere Ende des Endotracheal-Tubus ist für den Anschluss an Beatmungsgeräte oder Beatmungsbeutel ausgelegt. Der untere Bereich ist angeschrägt, so lässt sich der Tubus leichter einführen. Die meisten Tuben verfügen über eine Blockmanschette, die auch Cuff genannt wird. Diese wird nach der Platzierung des Tubus über eine Zuleitung mit Luft aufgepumpt und verschließt den Zwischenraum zwischen Tubusaussenseite und Atemwegsorgan. Bei Tuben für Kinder wird auf diese Manschette verzichtet. Der Endotrachealtubus eignet sich sehr gut zur Langzeitbehandlung von Patienten, beispielsweise bei Komabeatmungen.
Der Spiraltubus
Der Spiraltubus ist ein durch spiraleinlagen verstärkter Endotrachealtubus. Durch die Verstärkung erhält der Tubus deutlich mehr Stabilität. Er ist gegen abknicken gesichert. Die Anwendungsgebiete sind denen der Endotracheal-Tuben gleich. Der Spiraltubus bietet allerdings mehr Sicherheit. Durch die hohe Flexibilität ist es nötig, ein Führungsstab beim Einführen zu verwenden.
Der Guendeltubus
Es handelt sich um ein hartes Plastikröhrchen, das nicht zur Langzeitintubation verwandt werden darf. Der Guedeltubus ist ausschließlich zur oralen Anwendung gedacht. Er sichert die Lage der Atemwege und hält diese frei. Durch seine Form wird die Zunge als atmungsblockierender Widerstand zur Seite gelegt. Die Anwendung erfordert Übung und der Tubus schützt nicht davor, dass Erbrochenes oder Blut in die Atemwege eindringen kann. Der Guendeltubus wird vorrangig bei reflexlosen Patienten eingesetzt.
Der Larynxtubus
Den Larynxtubus gibt es in den zwei Ausführungen LT und LTS. Der LTS-Tubus ist die Weiterentwicklung, hierbei ist das Beatmungslumen vom Drainagekanal getrennt. Durch die Form des Larynxtubus ist ein blindes Einführen ohne weitere Hilfmittel möglich. Der Tubus liegt automatisch in der richtigen Position. Der obere Cuff dichtet den Rachenbereich ab, der untere Cuff dichtet die Speiseröhre ab. Die Tubusöffnungen liegen dem Kehlkopf gegenüber. Der Vorteil des 'Larynxtubus S' ist ein relativ großer Durchmesser und die Möglichkeit, einen Absaugkatheder oder eine Magensonde durch den Drainagekanal zu platzieren. Diese Tuben werden gern bei nicht-nüchternen Patienten angewandt, ihr Anwendungsspektrum ist groß. Allerdings sollte bei Kleinkindern und Säuglingen vor der Verwendung geprüft werden, ob nicht alternativ ein anderer Tubus eingesetzt werden kann.
Der Wendltubus
Der Wendltubus wird ausschließlich zur nasalen Intubation verwendet. Dieser Tubus wird auch von Patienten mit vorhandenen Reflexen gut akzeptiert. Allerdings kann er schnell zu Schädigungen an den Nasenschleimhäuten führen. Von einer Langzeitbehandlung mit einem Wendltubus ist daher abzusehen. Der Wendltubus muss mindestens täglich ersetzt werden.
Die Größenbestimmung
Es ist neben der Auswahl der Tubusart je nach Anwendungszweck auch wichtig, die korrekte Größe zu verwenden. Bei Verwendung der falschen Tubusgröße können enorme Komplikationen und Langzeitschädigungen hervorgerufen werden. Die richtige Tubusgröße ist vom Alter und Geschlecht des Patienten abhängig. Bei Kindern wird als Anhaltpunkt der Ringknorpel in seinem Durchmesser betrachtet und analog dazu der Innendurchmesser des Tubus gewählt. Bei Erwachsenen hängt die Tubusgröße von der Weite der Stimmritze ab. Bei nasaler Intubation ist der Tubusdurchmesser von der Enge der Nasenwege abhängig.
Weiterhin gibt es bei einigen Tubusarten bereits vorab festgelegte Größen, die Ihnen den Einkauf erleichtern. Achten Sie darauf, alle Größen parat zu haben.
- Größe 00 ist für Säuglinge geeignet
- Größe 0 ist für Kleinkinder geeignet
- Größe 1 ist für Kinder geeignet
- Größe 2 ist für Jugendliche geeignet
- Größe 3 ist für kleinere Erwachsene geeignet
- Größe 4 ist für normalgroße Erwachsene geeignet
- Größe 5 ist für sehr große Erwachsene geeignet
Komplettieren Sie Ihre Rettungsausrüstung
Neben Absaugkatheder und Beatmungsmasken finden Sie bei uns Untersuchungshandschuhe, Sauerstoffgeräte und Krankentragen. Ist der Patient bereit für die Therapie, helfen wir Ihnen mit der passenden Ausrüstung weiter. Lassen Sie Ihre Patienten genesen und erfreuen Sie sich an einem lächelnden Dankeschön.