Medizinische Senkungspipetten für die Blutsenkung
Die medizinische Senkungspipette dient der Bestimmung der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit einer mit Natriumcitrat angereicherten Blutprobe. Sie kann mit einer Skalierung ausgestattet sein. Mit seiner Senkungspipette kann das Blutgemisch luftdicht aufbewahrt werden.
Skalierte und nicht skalierte Senkungspipetten
Die Senkungspipetten sind medizinische Hilfsmittel für die Bestimmung der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) und werden häufig im Rahmen von
Injektionen und Infusionen als Zubehör eingesetzt. Die
Pipetten sind mit oder ohne Skalierung erhältlich. In einigen Messystemen wird eine Skalierung nicht benötigt, da der Ablesebereich bereits integriert ist. Die Senkungspipetten für die Bewertung von menschlichem Blut entsprechen den Vorgaben nach Westergren. Im veterinären Bereich werden zusätzlich Senkungspipetten nach Gerber verwendet. Die Pipetten gehören zur Grundausstattung von
Krankenhäusern.
Die Senkungspipette ist Messinstrument, das in Verbindung mit einem Zeitmesser verwendet wird. Für diesen medizinischen Test ist es nötig, das venöse Blut mit Natriumcitrat zu mischen. Das Gemisch kann dadurch nicht mehr gerinnen und wird blasenfrei mit der Senkungspipette aufgezogen und verbleibt ein bis zwei Stunden bei Zimmertemperatur. Innerhalb dieser Zeit trennt sich das Blutplasma von den zellulären Blutbestandteilen. Die entstandene Höhe der Plasmasäule wird nach einer und nach zwei Stunden abgelesen. Die Veränderung der Plasmasäule nach einer Stunde ist die aussagekräftigste Messung. Anhand der üblichen Normalwerte für Frauen und Männer kann dieser Wert eingeordnet werden.
BSG in der medizinischen Diagnostik
Die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist ein nicht spezifischer Suchtest in der medizinischen
Diagnostik. Das Ergebnis gibt eine Auskunft über bestehende Krankheiten oder den Heilungsverlauf während einer Behandlung. Die BSG ist nicht geeignet als Diagnose zur Art der Krankheit, sondern sie zeigt lediglich, ob ein akutes oder chronisches Entzündungsgeschehen im Körper herrscht und gibt Hinweise zu dessen Stärke. Unterstützend für die Diagnosestellung kann die Farbgebung oder Eintrübung des Plasmas, Schleiersenkung und ein Leukozytenüberstand berücksichtigt werden. So weist ein helles und blasses Plasma auf einen Eisenmangel hin. Ist das Plasma leicht rötlich, signalisiert die BSG eine Hämolyse (Abbau roter Blutkörperchen). Auf Hyperlipidämie (erhöhtes Cholesterin) oder erhöhte Thrombozyten weist eine Eintrübung des Plasmas hin. Die BSG kann auch Hinweise auf verstärkte Retikulozyten (junge rote Blutkörperchen) und Leukozytose (erhöhte weiße Blutkörperchen) geben.