Die Schwarzwurzel (Scorzonera)
Die Schwarzwurzel erfreut sich als Gemüse ständig wachsender Beliebtheit.
Sie ist sowohl in Europa als auch in Asien und im Mittelmeergebiet heimisch. Doch trifft man sie bei uns nur selten als Wildpflanze an.
Im Mittelalter war noch keine Kulturform bekannt. Man nahm sie zuerst als Arzneipflanze in Kultur.
Wegen ihrer schlangenartigen Gestalt und der schwarzen Rinde vertrat man noch im 16. Jahrhundert die Meinung,
dass sie gegen Schlangenbisse helfe. Als Gemüsepflanze wurde die Schwarzwurzel erstmals um 1600 in Frankreich gezogen.
1770 war sie dann in ganz Mitteleuropa eine bekannte und verbreitete Küchenpflanze.
Die schwarze Wurzel ist bis zu 50 cm lang und bis zu 4 cm dick, innen ganz weiß mit einem dickflüssigen Milchsaft.
Der Milchsaft der süßlich schmeckenden Wurzel enthält das schlaffördernde Glykosid Coniferin und das Kohlenhydrat Inulin.
An Mineralstoffen weist die Schwarzwurzel viel Kalium, Kalzium und Phosphor auf.
Der Vitamingehalt ist hingegen gering. Das leichtverdauliche Gemüse ist besonders als Diätnahrung für Magen- und Darmkranke
und als Kleinkindernahrung geeignet. Da Schwarzwurzeln kaum Zucker, dafür aber Inulin enthalten,
eignen sie sich ausgezeichnet für Diabetiker. Die Wurzeln sind auch Diätnahrung bei Nierenerkrankungen.
Pflege, Anbau und Ernte
Schwarzwurzeln vertragen längere Trockenzeiten recht gut und sind sehr frostbeständig.
Sie verlangen aber einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden und reichliche Düngung.
Wenn man im März mit der Aussaat beginnt, entwickeln sich die Wurzeln bis zum Herbst so weit, dass sie geerntet werden können.
Bevor man jedoch den Samen ausbringt, muss der Boden durch geeignete Vorkulturen, wie wurzelreiche Gründüngung oder Kartoffeln,
tiefgründig gelockert werden. Es empfiehlt sich daher, das spätere Schwarzwurzelbeet bereits im Vorjahr tief umzugraben und
anschließend Kohl oder Gurken darauf anzupflanzen. Nach dem Abernten der Vorfrüchte wird Kompost in den Boden eingearbeitet.
Die Freilandaussaat erfolgt im März in 3 Zentimeter tiefe Rillen bei einem Reihenabstand von 30 cm.
Eine Aussaat im Spätsommer ist ebenso möglich, sie liefert aber erst im Frühjahr erntereife Wurzeln.
Während der 200 Tage dauernden Wachstumszeit benötigen die Pflanzen viel Wasser und gelegentliche Kopfdüngung.
Beim Ernten muss man sehr vorsichtig sein, weil die langen Wurzeln leicht brechen. Dadurch verlieren sie Milchsaft und ihren Wohlgeschmack.
Da Schwarzwurzeln stärkere Kältegrade überstehen, kann man sie bei offenem Boden den ganzen Winter über
bis zum nächsten Frühjahr vom Feld und aus dem Garten holen. Man braucht sie nicht wie andere Wurzelgemüse in Mieten oder Kellern zu überwintern.
Schädlinge
Schwarzwurzeln werden sehr gerne von Wühlmäusen angefressen. Um dies zu verhindern,
gräbt man zwischen den Pflanzen in Petroleum getränkte Tücher ein,
oder behilft sich mit den im Baumarkt erhältlichen Wühlmausfallen.
Wichtiges zusammengefasst
- Standort: in tiefgründiger, nährstoffreicher Erde
- Vermehrung: durch Aussaat im Frühjahr oder Herbst
- Wasserbedarf: während der Wachstumsphase reichlich wässern
- Düngung: gelegentliche Kopfdüngung
- Überwinterung: frostbeständig; kann im offenen Boden bleiben
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