Estragon - Die Pflanze der Drachenkräfte
Die lateinische Übersetzung "draco" für Estragon steht für den schützenden Drachen.
Früher wurden der Pflanze vor Unheil schützende Eigenschaften zugesprochen.
Estragon stammt aus den südrussischen und mongolischen Steppengebieten und
wurde über das östliche Mittelmeer von Kreuzfahrern nach Europa gebracht.
Sortenunterschiede
Die Wildform, der russische Estragon, ist weder im Geruch noch im Aroma intensiv.
Er enthält kaum Estragol und wenig ätherische Öle. Sein Geschmack ist bitter.
Die Zuchtformen, der deutsche und der französische Estragon,
enthalten mehr Estragol und bis zu drei Prozent der wertvollen ätherischen Öle.
Sie sind milder und aromatischer im Geschmack als die Wildform. Der Geruch erinnert an Fenchel oder Anis.
Die Aussaat
Wer zeitig ernten möchte, kann von März bis Mai Saatschalen für die Aussaat nutzen und diese ins Fensterbrett stellen.
Die Umgebungstemperatur sollte warm gestaltet sein. Wer darauf verzichten möchte, kann Ende Mai bis Juni auch direkt ins Freiland säen.
Der richtige Standort
Estragonpflanzen lieben es warm und sonnig. Lichter Halbschatten ist für den Anbau gerade noch geeignet.
Bei einer zu erwartenden Höhe von 60 bis 150 cm ist ein windgeschützter Fleck empfehlenswert.
Der Boden muss locker, nährstoff- und kalkhaltig sein. Ein feuchtes, aber nicht nasses Erdreich bietet einen passenden Platz.
Achten Sie darauf, dass der Boden nicht trocken wird. Durch Trockenheit entwickelt Estragon einen bitteren Geschmack.
Die Anbaupause sollte mindestens 4 Jahre betragen, da die Pflanze mit sich selbst unverträglich ist.
Ebenso sind auch Pflanzen aus der Familie der Korbblüter ungeeignet. Vermeiden Sie das Zusammentreffen
von Petersilie und Roter Beete mit Estragon, da dies einen geringen Ernteerfolg bedingt.
Hervorragende Vorkulturen bilden Hackfrüchte, weil sie Wurzelunkräuter fernhalten.
Haben Sie einen solchen Standort gefunden, können die Pflanzen im Abstand von 50 x 50 cm in die Erde gebracht werden.
Sollen die Pflanze zur Schädlingsabwehr eingesetzt werden, können die Pflanzen ca. 1 m von Obstbäumen entfernt angepflanzt werden.
Estragon ist mehrjährig. Zuchtsorten sind frostempfindlich und sollten im Winter gut abgedeckt werden.
Eine einfache Vermehrung der Stammpflanzen ist durch Wurzelteilung möglich.
Ernten
Estragon kann im ersten Anbaujahr einmal im August geerntet werden. Im zweiten Jahr ist eine Ernte bis zu dreimal (Juni bis August) möglich.
Während der Knospenbildung sind die ätherischen Öle am stärksten in der Pflanze vertreten, deshalb erntet man genau in diesem Zeitfenster.
Die Pflanze wird 10 - 15 cm über dem Boden abgeschnitten und gebündelt getrocknet. Frisch verwendet hat Estragon das beste Aroma.
Genutzt werden die Triebspitzen und die jungen Blätter. In Hitzeperioden sollte auf einen Schnitt verzichtet werden,
da sonst die Gefahr besteht, dass die Pflanze vertrocknet. Nach der Ernte sollten Sie eine Stickstoffdüngung durchführen und
den Estragon gut wässern. Die Pflanze wächst bei einem pH-Wert von 6,2 am besten nach.
Verwendung von der Küche bis zum Parfüm
Vor allem in der französischen und italienischen Küche ist Estragon nicht wegzudenken.
Sauce Béarnaise gibt es nicht ohne Estragon. Verschiedene Saucen, Geflügel, Fleisch und Reis werden mit den aromatischen Blättern gewürzt.
Selbst in Likören findet Estragon seinen Platz. Estragonessig und -senf sind für Ihren aromatischen Geschmack bekannt.
Sogar einige Parfüms enthalten das Gewürzkraut.
Gesundheit und Heilwirkung
Muskelverspannungen und Rheuma können mit Estragonkompressen behandelt werden. Estragon wird bei Nierenproblemen und
Ödemen auf Grund seiner harntreibenden und gallenflussfördernden Wirkung eingesetzt.
Wer an Appetitlosigkeit leidet ist gut beraten, seine Speisen mit dem Kraut zu würzen.
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