Bohnenkraut - ein Bienenlockmittel aus dem Mittelmeerraum
Mit einer Wuchshöhe von 45 - 60 cm blüht das Bohnenkraut in den Gärten im Sommer mit kleinen weißen bis leicht violetten Blüten
und locken die Bienen an. Kompakte Sorten sind im Wuchs gedrungen und niedriger. Die Pflanze gibt es in einjähriger und mehrjähriger Variante.
Das Bohnenkraut stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und wurde im 9. Jahrhundert zu uns gebracht. Bereits die Römer kannten seine Würz- und Heilkraft.
Vom Saatkorn zur Pflanze
Der Samen benötigt Licht zur Keimung. Das Saatgut wird in humosen, nährstoffreichen und lockeren Boden eingebracht.
Es wird nur dünn mit Erde bedeckt, die optimale Einsaattiefe liegt bei 0,5 cm. Sonnige,
geschützte und warme Lagen sind bei der Standortwahl die beste Entscheidung. In der Fruchtfolge ist zu beachten,
dass man den Samen nicht mehrmals nacheinander auf den selben Fleck bringt. Bohnenkraut ist selbstunverträglich,
auch andere Lippenblüter als Vorkultur, wie Thymian, sollten vermieden werden. Die Anbaupause beläuft sich auf 4 Jahre.
Eine Zweitaussaat ist bis September möglich. Der Reihenabstand von 45 cm gibt dem Kraut ausreichend Platz zur Entwicklung.
Bohnenkraut ist ein natürlicher Schutz gegen Blattläuse und kann zwischen anfällige Pflanzen gesät werden.
Aus dem Garten in die Küche
Die Haupternte erfolgt in der Blütezeit, also ab Juni. Bereits vorher kann man die Blättchen frisch verwenden.
Bei mehrjährigen Pflanzen ist eine Ernte im zweiten Jahr bereits ab März möglich.
Man schneidet hierzu die Pflanzen 5 bis 10 cm über dem Boden ab, um den Holzanteil so gering wie möglich zu halten.
Danach erfolgt die Trocknung und somit die Konservierung. Einer frischen Verwendung steht natürlich auch nichts im Wege.
Lagern Sie das Trockengut dunkel und trocken. Verwendet werden die Blätter und die Stängel.
Nicht nur zu Bohnen
Der Name Bohnenkraut verwirrt. Nicht nur zu Bohnengerichten passt das Kraut. Der Name rührt wahrscheinlich daher,
dass man früher beim Kauf von Bohnen immer ein Bund der Kräuter hinzu bekam. Die Pflanze ist aber auch als Pfefferkraut,
Wurstkraut, Käsekraut, Weinkraut bekannt. Geschmacklich erinnert das Aroma an Pfeffer.
Das Gewürzkraut ist sehr vielseitig und je fader der Grundgeschmack des Gerichtes ist,
umso intensiver und pikanter wird es bei der Zugabe von Bohnenkraut. In der bulgarischen Küche ist das Würzkraut sehr beliebt.
Beim kochen ist darauf zu achten, das es maximal 10 Minuten mitkocht, da es sonst seine Bitterstoffe frei setzt.
Heilwirkung
Bohnenkraut ist ein natürliches Mittel gegen Durchfall und Bauchschmerzen. Durch den Verzehr zu blähenden Gerichten wird bereits beim Essen vorgebeugt.
So werden Hülsenfrüchte für uns bekömmlicher. Auch als altes Hausmittel gegen Husten und Verschleimungen
der Atemwege ist das Heil- und Gewürzkraut bestens geeignet. Es wirkt antiseptisch. Man stellt aus getrocknetem Kraut einen Aufguss her
und gurgelt mit dem abgekühlten Tee. Bei Wespenstichen bringt das Aufreiben der Blätter auf die Stichstelle sofortige Linderung.
Weitere Links zum Thema
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