Blumenkohl (Brassica oleracea)
Der Blumenkohl, ein seit dem 16. Jahrhundert in Mitteleuropa bekanntes Kohlgemüse,
soll zum ersten Mal von arabischen Botanikern des 12. Jahrhunderts in Spanien erwähnt worden sein, die ihn als "Syrischen Kohl" bezeichneten.
So nimmt man an, dass der Blumenkohl aus dem östlichen Mittelmeerraum stammt.
Matthiolus behauptet in seinem Kräuterbuch des 16. Jahrhunderts, der beste Blumenkohl komme aus Genua. Dies ist ein Zeichen dafür,
dass dieses Kohlgemüse vermutlich zuerst in Italien gezüchtet wurde und von dort nach Mitteleuropa kam.
Der Blumenkohl enthält mehr Vitamin C als andere Kohlarten und viele Vitamine sowie reichlich Mineralstoffe.
Wegen des geringen Gehaltes an Senfölen und seiner zarten Zellstruktur eignet sich Blumenkohl
besonders als Schonkost und Diätnahrung für Magen- und Darmkranke.
Leicht verdaulich und sehr bekömmlich ist Blumenkohl auch eine vorzügliche Kindernahrung.
Der hohe Kaliumgehalt entlastet den Kreislauf.
Sorten
Da der Blumenkohl offenbar sehr wohlschmeckend war, wurde er sehr bald in ganz Deutschland kultiviert.
Durch vielfältige Kreuzung und Züchtung entstanden eine Reihe wertvoller Sorten für den Gemüseanbau.
Die einzelnen Sorten werden nach ihrer Reifezeit eingeordnet.
So ist "Alfa, Sektion Blanca" eine hervorragende Frühsorte, "Diplom" mittelspät mit guter Qualität und geringeren Bodenansprüchen,
oder "Flora Blanca", eine Spätsorte. Daneben gibt es eine Reihe weiterer empfehlenswerter Sorten wie "Erfurter Zwerg",
"Fermont F1 Hybride", "Weißer Riese", "Gloria" oder "Delfter Markt".
Anbau und Pflege
Wer guten Blumenkohl ernten will, der muss ihm eine intensive Pflege zukommen lassen.
Fast alle Kohlarten benötigen guten Boden, der Blumenkohl ist besonders anspruchsvoll.
Vor der Aussaat ist darauf zu achten, dass das Saatbeet sehr gut vorbereitet wird.
Der Boden muss sorgfältig durchgearbeitet sein, so dass er feinkrümelig ist.
Blumenkohl verlangt einen mittelschweren bis schweren, tiefgründigen, kalk- und humusreichen Boden in sonniger Lage.
Man kann den Kohl vom Frühjahr bis in den Herbst hinein in mehreren Folgen anpflanzen und ernten.
Vorkultivierte Pflänzchen brauchen im Freiland etwa 8 bis 10 Wochen bis zur Ernte.
So ist Anfang April im Abstand von 50 mal 50 Zentimetern ausgesetzter Blumenkohl bereits Anfang Juni erntereif.
Während des Wachstums muss man reichlich gießen und regelmäßig düngen. Als Gründüngung empfiehlt sich eine gute Gabe Stallmist.
Später wird der Nährstoffbedarf mit mineralischen Düngern gedeckt.
Da der Blumenkohl gegen Fröste bis minus 6 Grad Celsius durch Einknicken der Innenblätter geschützt werden kann ist es meist möglich,
noch im November Köpfe aus dem Garten zu holen.
Schädlinge
Bei allen Kohlarten sind verschiedene Schädlinge zu finden. Als wichtigste seien die Kopffliege,
der Kohlweißling und die Kohlherzdrehmücke genannt. Ihre Larven fressen an verschiedenen Teilen der Pflanze und verursachen meist eine Welke,
worauf in der Regel bald das Absterben folgt. Gegen die tierischen Schädlinge hilft
außer einer gesunden Mischkultur oft nur ein chemisches Bekämpfungsmittel.
Wichtiges zusammengefasst
- Wasserbedarf: während der Wachstumsphase sehr hoch
- Düngung: Stallmist und mineralische Dünger
- Anbaufläche: tiefgrüniger und nährstoffreicher Boden
- Aussaat: von April bis Juni im Freiland
- Standortbedingungen: bevorzugt sonnige Plätze
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